Patmos Museen
Klosterbibliothek: Die historische Bibliothek von Patmos wird heute als
eine der wichtigsten und bestens organisierten Bibliotheken des Christentums
angesehen. Ihr geistiger Reichtum kann in zwei Kategorien eingeteilt werden: a)
Codizes und b) Manuskripte. Laut Katalog bestand die Bibliothek im 13.
Jahrhundert fast ausschließlich aus Codizes theologischen Inhalts. Von den 267
Codizes auf Pergament und den 63 auf Baumwolle, insgesamt also 330, enthalten
109 liturgische Texte, 107 betreffen ethische Themen und 31 Heilige. Sie machen
den theologischen Teil der Bibliothek aus. Die restlichen Werke betreffen
zahlreiche Gebiete und nur 20 Codizes haben einen weltlichen Charakter und
beziehen sich auf ein klassisches Werk "Die Kategorien von Aristoteles". Das
Schicksal der Bibliothek des Johannes-Klosters steht unter demselben Stern wie
auch andere Klosterbibliotheken, wo jeder Erzbischof uber die Zukunft der
Bibliothek entscheidet. Der Katalog von 1355 weist eine erstaunliche Offnung des
geistigen Horizonts auf und so finden Mitte des 14. Jh. Bucher antiker Autoren,
wie Xenophon und Platon, ihren Weg nach Patmos, um von den Monchen dort gelesen
zu werden. Die große philosophische Schule von Mystras und der Beitrag
byzantinischer Gelehrter in den geistigen Zentren Italiens, seit Ende des 14.
Jahrhunderts, sowie auch der Handel mit Manuskripten veranlassten die Monche
nicht, sich mit zeitgenossischen Themen zu beschaftigen. Der frische Wind aus
Konstantinopel hatte keinerlei Einfluss auf die Bibliothek des Johannes-Klosters
und, obwohl sich die Anzahl der Bucher standig steigerte, gab es dort
ausschließlich religiose Literatur. Wenn man die Stufen zur Hohle hinabsteigt, stosst man auf die Kapellen Hagios Nikolaos und Hagios Artemios sowie Hagia Anna, die genau vor der Hohle errichtet wurden. Die heilige Hohle scheint Teil der Hagia Anna Kapelle zu sein, aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine kleine Kirche fur sich, die dem Apostel Johannes geweiht ist. Dort befindet sich auch ein Monch, der jederzeit bereit ist, die Besucher in die Hohle zu fuhren, die eine Tiefe von vier Metern hat. An einer bestimmten Stelle der Hohle, auf einem Stein, wird ihnen der Monch das Kreuz zeigen, das nach der heiligen Uberlieferung von Apostel Johannes in den Stein geritzt worden war. Au?erdem wird er Ihnen den dreifachen Schlitz zeigen, aus dem die Stimme erklungen war, die dem Apostel anordnete die "Apokalypse" zu schreiben, sowie auch die Stelle, an der sich Johannes zum Schlaf niederlegte. Die genaue Lage der Hohle, mit Ausnahme der bereits erwahnten Punkte, wurde auch aus alten Texten bestimmt, in denen erwahnt wird, dass Johannes an einem Ort zwischen Skala und Hora gelebt haben soll. Apostel Johannes schrieb, wie er selbst sagt, die "Apokalypse" auf Patmos. Dies wird auch von vielen anderen Kirchenvatern wie Clemens von Alexandria, Origenes, Eirenios, Eusebios bestatigt. Die "Apokalypse des Johannes" ist einer der wichtigsten Texte der eschatologischen Bibliographie. Das erste Gebaude des Klosterkomplexes, die Hagia Anna Kapelle, wurde laut Uberlieferung 1088 vom Hosios Christodoulos erbaut. Anfang des 17. Jahrhunderts grundete und erbaute Bischof Gregor von Caesarea das Kloster. Um 1800 herum erganzt der Grunder der Schule von Patmos, Makarios Kalogeras, die ersten Bauten mit neuen Gebauden. Dank der Pflege und Liebe der Monche, sind alle Gebaude auch heute noch in sehr gutem Zustand. q2001 wurde vom Verein der Hohlenforscher des Dodekanes in der Gegend von Genoupa eine Hohle in Form eines Abgrundes entdeckt. Diese Hohle, die bislang noch nicht vollstandig erforscht wurde, weist gro?es geologisches Interesse auf wegen ihrer Tiefe und der besonderen Form der Gange.
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